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Wie der Krieg los war um Calmbach her. Vom Jahr 1367 an hatte die Gegend von Calmbach es längere Zeit
unlieblich zu empfinden, da so viele Grenzen hier zusammenstießen.
Es war die Zeit des Schleglerkriegs. Viele Ritter und Herren nemlich,
welche
die wachsende Macht der Grafen von Würtemberg beneideten, hatten
sich zu einem Bunde zusammengethan, der sich von dem Bundeszeichen,
einem Schlegel in den Schilden, den Bund der Schlegler nannte; auch
heißen
sie die Martinsvögel, weil sie an Martini zusammengetreten waren.
An ihrer Spitze standen zwei Nachbarn von Würtemberg, im Norden
der Wolf von Wunnenstein, der gleisende Wolf genannt, gegen Abend Wolf
von Eberstein, der arge Feind des damaligen Grafen Eberhards des Greiners.
Nun war dieser einst im Wildbad, um in den Quellen zu baden, beiläufig
gesagt; der erste bekannte Kurgast von Wildbad, das hatten die Verbündeten
erlauert; unangekündigt brachen sie von zwei Seiten gegen Wildbad
herein ihn zu fangen, der Ebersteiner über den kalten Bronnen,
von oben herab, der Wunnensteiner und die Schlegler von Neuenbürg
und Straubenhardt her, dessen Herren auch im Bunde waren. Mit genauer
Noth
rettete den Grafen ein Hirte, der ihn den Fußweg von Wildbad über
den Kappelberg und den Meistern gen Zavelstein theils führte theils
trug. Im Zorn verbrannten die Schlegler Wildbad, das noch ein offener
Flecken war, nach einigen Nachrichten wurde Calmbach verschont, nach ändern
auch verbrannt, wohl jedenfalls beschädigt, um dem Grafen wehe
zu thun; höchstens kannte ihm der Schutz von Hirsau zu gut gekommen
seyn. Allein nun brach Eberhard in Gemeinschaft mit dem Markgrafen
von Baden mit Heeresmacht über die Schlegler herein um sie zu
züchtigen.
Zuerst zerstörte er den Gültlingern ihre Burg Berneck, von
der seither nur noch ein hoher Thurm vorhanden ist; sodann zog er ins
Enzthal, und während er Wildbad wieder aufbaute und mit Mauern
versah, brach er die Burg Straubenhardt bei Dennach und die Burg Schmalenstein
zwischen
Herrenalb und Loffenau 1367, und bis um 1371 dauerte Streit und kriegerische
Unruhe in der Gegend; dann zog sie sich im sogenannten Städtekrieg
in andere Theile des Landes, denen gegenüber nun der Schwarzwald
auffallend verschont blieb. Allein im Jahr 1392, als der alte Rauschebart
gestorben war, rüsteten sich die Schlegler aufs Neue gegen seinen
Nachfolger Graf Eberhard den Milden, und wie eine alte Urkunde sagt:
„die Schlegel lagen stark zu Neuenbürg“. Drei Häupter
derselben aber hielten sich zu Heimsheim im Gäu. Da umringte Eberhard
plötzlich
das Städtchen, zündete es an und nahm die sogenannten drei
Könige gefangen. Die Folge war, daß auch die ändern
sich unterwarfen und ihre sämtlichen Bürgen zerstört
wurden. So nun auch die schmalensteinische Burg Kunneburg bei Conweiler,
und
die Burg der Straubenhardte. Diese war im Jahr 1374 ihren Herren wieder
zurückgegeben worden; nur sollte Würtemberg hinein dürfen,
wenn es wolle. Jetzt aber wurde der Wiederaufbau für alle Zeit
untersagt, und seither liegt sie in Trümmern, der Wald wächst über
sie her. |
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