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C.M. Eifert: „Nachrichten zur Geschichte von Calmbach und Höfen“ (1850)

Wie der Krieg los war um Calmbach her.

Vom Jahr 1367 an hatte die Gegend von Calmbach es längere Zeit unlieblich zu empfinden, da so viele Grenzen hier zusammenstießen. Es war die Zeit des Schleglerkriegs. Viele Ritter und Herren nemlich, welche die wachsende Macht der Grafen von Würtemberg beneideten, hatten sich zu einem Bunde zusammengethan, der sich von dem Bundeszeichen, einem Schlegel in den Schilden, den Bund der Schlegler nannte; auch heißen sie die Martinsvögel, weil sie an Martini zusammengetreten waren. An ihrer Spitze standen zwei Nachbarn von Würtemberg, im Norden der Wolf von Wunnenstein, der gleisende Wolf genannt, gegen Abend Wolf von Eberstein, der arge Feind des damaligen Grafen Eberhards des Greiners. Nun war dieser einst im Wildbad, um in den Quellen zu baden, beiläufig gesagt; der erste bekannte Kurgast von Wildbad, das hatten die Verbündeten erlauert; unangekündigt brachen sie von zwei Seiten gegen Wildbad herein ihn zu fangen, der Ebersteiner über den kalten Bronnen, von oben herab, der Wunnensteiner und die Schlegler von Neuenbürg und Straubenhardt her, dessen Herren auch im Bunde waren. Mit genauer Noth rettete den Grafen ein Hirte, der ihn den Fußweg von Wildbad über den Kappelberg und den Meistern gen Zavelstein theils führte theils trug. Im Zorn verbrannten die Schlegler Wildbad, das noch ein offener Flecken war, nach einigen Nachrichten wurde Calmbach verschont, nach ändern auch verbrannt, wohl jedenfalls beschädigt, um dem Grafen wehe zu thun; höchstens kannte ihm der Schutz von Hirsau zu gut gekommen seyn. Allein nun brach Eberhard in Gemeinschaft mit dem Markgrafen von Baden mit Heeresmacht über die Schlegler herein um sie zu züchtigen. Zuerst zerstörte er den Gültlingern ihre Burg Berneck, von der seither nur noch ein hoher Thurm vorhanden ist; sodann zog er ins Enzthal, und während er Wildbad wieder aufbaute und mit Mauern versah, brach er die Burg Straubenhardt bei Dennach und die Burg Schmalenstein zwischen Herrenalb und Loffenau 1367, und bis um 1371 dauerte Streit und kriegerische Unruhe in der Gegend; dann zog sie sich im sogenannten Städtekrieg in andere Theile des Landes, denen gegenüber nun der Schwarzwald auffallend verschont blieb. Allein im Jahr 1392, als der alte Rauschebart gestorben war, rüsteten sich die Schlegler aufs Neue gegen seinen Nachfolger Graf Eberhard den Milden, und wie eine alte Urkunde sagt: „die Schlegel lagen stark zu Neuenbürg“. Drei Häupter derselben aber hielten sich zu Heimsheim im Gäu. Da umringte Eberhard plötzlich das Städtchen, zündete es an und nahm die sogenannten drei Könige gefangen. Die Folge war, daß auch die ändern sich unterwarfen und ihre sämtlichen Bürgen zerstört wurden. So nun auch die schmalensteinische Burg Kunneburg bei Conweiler, und die Burg der Straubenhardte. Diese war im Jahr 1374 ihren Herren wieder zurückgegeben worden; nur sollte Würtemberg hinein dürfen, wenn es wolle. Jetzt aber wurde der Wiederaufbau für alle Zeit untersagt, und seither liegt sie in Trümmern, der Wald wächst über sie her.
 
Auch eine Fehde zwischen Eberhard und seinem früheren Verbündeten, dem Markgrafen von Baden, tobte sich in der Gegend aus, wobei Herrenalb in Flammen aufgieng. Doch folgte sodann wieder eine längere Friedenszeit.
 


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