Vorschlag zur Umwidmung des dreifachen Steinkreuzes auf der Eiberg-Ebenezusammengestellt von Fritz Barth Bei heimatgeschichtlichen Nachforschungen im Archiv des Rathauses Calmbach konnte Interessantes aus dem Jahr 1945 ermittelt werden.
Bürgermeister Robert Müller, Mitglied der KPD, und die Mehrheit des Gemeinderats wollten das Denkmal als Kunstwerk erhalten, wie protokolliert wurde. Die drei germanischen Runen und die Inschrift „Den Erschlagenen für Deutschland 1923 – 1933 ein Ewiges Leben“ sollten aber entfernt werden, was auch geschah. Zu gegebener Zeit sollte eine neue Inschrift angebracht werden. Die Einsicht in dieses Protokoll gab Anlaß darüber nachzudenken, ob und wie das Denkmal umgewidmet werden kann. Bereits am 12. September 2005 hat Bürgermeister Dr. Jocher und am 27. September 2006 das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat Denkmalspflege, einen Umwidmungsvorschlag erhalten mit der Bitte um Stellungnahme.
Umgehend wurde das Denkmal vermessen, im Maßstab 1:20 aufskizziert und der heutige Zustand fotografiert. Danach wurden die RP-Vorgaben in drei Grobentwürfen eingearbeitet, wobei der Variante 3 von der Wildbader Baurechtsabteilung und von der Forstbehörde zugestimmt wurde.Zur weiteren Beurteilung wurden diese Unterlagen am 19. Dezember 2006 von der Baurechtsabteilung an das Regierungspräsidium gesandt. |
Geschichtliches zum Denkmal nach Archiv-Akten A 359 im Rathaus Calmbach
Im Dezember 1933 stiftete der Stuttgarter Zahnarzt Dr. Erwin Ball der Gemeinde Calmbach 1000.- Reichsmark für eine NS-Gedenkstätte am Kreuzstein auf dem Eiberg. Die Idee dafür bekam Dr. Ball beim „Tag der deutschen Kunst“ in München. Damit wollte er, neben Hervorhebung seiner NS-Gesinnung, einen Arbeitsbeschaffungsbeitrag für notleidende Bildhauer leisten. Der Calmbacher Bürgermeister Ottmar Schweitzer ließ Anfang 1934 Vorbereitungen für das Denkmal treffen und stellte dazu den Straßenaufseher ohne Berechnung zur Verfügung. Sechs Arbeitslose mussten den Platz dafür herrichten. Die künstlerische Leitung hatten der Calmbacher Bildhauer Ferdinand Bott (Zubereitung und Aufstellen der Sandsteinquader) und der Charlottenburger Bildhauer Julius Starcke (Bronzearbeiten für drei germanische Runen und die Inschrift). Das Denkmal konnte am 10. Juli 1934 an Adolf Hitlers Reichskanzlei, an Reichsstatthalter Wilhelm Murr und an Dr. Schmidt vom Landesdenkmalamt als fertig gemeldet werden. Die ursprünglich geplante Einweihung noch im Juli 1934 mußte wegen dem „Röhm-Putsch“, in dessen Folge der Stabschef der SA Ernst Röhm und eine Reihe SA-Führer erschossen wurden, auf längere Zeit verschoben werden. Adolf Hitler selbst hatte für die SA einen Zwangsurlaub angeordnet. Während dem Monat Juli 1934 durfte kein SA-Dienst gemacht werden. Die Einweihung des Ehrenmals für die Erschlagenen der NS-Bewegung erfolgte deshalb erst am Sonntag 2. Juni 1935 um 18:00 Uhr unter großer Beteiligung der NS-Formationen des Oberamts Neuenbürg.
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